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Neue Arbeitstättenrichtlinie ASR A2.2

Symbolbild ASR A2.2

Maßnahmen gegen Brände, Ausgabe Mai 2018

Im Mai 2018 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die technische Regel für Arbeitsstätten

ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“

Ausgabe: Mai 2018 (GMBl 2012, S. 1225; zuletzt geändert GMBl 2018, S. 446), im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl.) vom 18.05.2018 veröffentlicht.

„Die Neufassung der ASR A2.2 Ausgabe Mai 2018 ersetzt die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ Ausgabe November 2012 (GMBl 2012, S. 1225).“

Im Wesentlichen wurden die folgenden Anpassungen vorgenommen:

  • Weitere Konkretisierungen der Anforderungen bei erhöhter Brandgefährdung,
  • Konkretisierungen zur Grundausstattung mit Feuerlöschern bei normaler Brandgefährdung,
  • Konkretisierungen zu Löschmitteleinheiten,
  • Erweiterungen von Regeln zu organisatorischen Maßnahmen, insbesondere zu Brandschutzbeauftragten und zur Brandschutzordnung und
  • Ergänzung praxisgerechter Beispiele.

Die ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände" in der nachfolgenden Fassung enthält den aktuellen Stand der Technik zu Maßnahmen gegen Brände in Arbeitsstätten. Bei der bestimmungsgemäßen Anwendung dieser Maßnahmen kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass er die Arbeitsstättenverordnung hinsichtlich der Maßnahmen gegen Brände einhält.

Wendet der Arbeitgeber die Maßnahmen gegen Brände gemäß der neuen ASR A2.2 beim Einrichten und Betreiben von bestehenden Arbeitsstätten nicht an, so hat er mit der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, ob die in der Arbeitsstätte verwendeten Maßnahmen gegen Brände nach ASR A2.2 (Ausgabe November 2012, GMBl 2012, S. 1225) weiterhin angewendet werden können.

Nachfolgend die wichtigsten Änderungen

Erhöhte Brandgefährdung

Für Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung sind über die Grundausstattung hinaus zusätzlich Maßnahmen erforderlich. Diese müssen vom Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Brandschutz festgelegt und bestimmt werden.
Nach wie vor gibt es keine konkreten Anforderungen an die Ausstattung mit Feuerlöschern, sondern der Arbeitgeber muss dem bestehenden Risiko eine entsprechende Maßnahme gegen Brände entgegenstellen. Somit müssen die Grundausstattung und weitere Maßnahmen nacheinander bestimmt werden.

Über die Grundausstattung hinausgehende zusätzliche Maßnahmen in Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung sind z. B.:

  • Maßnahmen nach TRGS 800
  • die Ausrüstung von Bereichen mit Brandmeldeanlagen oder Brandmeldern zur frühzeitigen Erkennung von Entstehungsbränden,
  • die Erhöhung der Anzahl der Feuerlöscher und deren gleichmäßige Verteilung in Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung, um die max. Entfernung zum nächstgelegenen Feuerlöscher und dadurch die Zeit bis zum Beginn der Entstehungsbrandbekämpfung zu verkürzen,
  • die Anbringung mehrerer gleichartiger und baugleicher Feuerlöscher an einem Standort in Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung, um bei ausreichend anwesenden Beschäftigten, zur Brandbekämpfung durch gleichzeitigen Einsatz mehrerer Feuerlöscher einen größeren Löscheffekt zu erzielen oder

Die wegen der erhöhten Brandgefährdung einzusetzenden Löscheinrichtungen sind so anzuordnen, dass sie auch schnell zum Einsatz gebracht werden können. Daher sind insbesondere in der Nähe der folgenden Stellen solche Feuerlöscheinrichtungen zu positionieren:

  • Bearbeitungsmaschinen mit erhöhter Zündgefahr,
  • Bereiche mit erhöhten Brandlasten oder
  • Räume, die wegen der erhöhten Brandgefahr brandschutztechnisch abgetrennt werden.

Dabei ist sicherzustellen, dass:

  • das Löschmittel der Brandklasse angepasst ist,
  • die Löschmittelmenge ausreichend ist, um einen Entstehungsbrand dieser Gefährdung abzudecken,
  • die Feuerlöscheinrichtung so positioniert ist, dass sie im Falle eines Brandausbruchs in Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung noch ohne Gefährdung vom Beschäftigten schnell (i. d. R. nicht größer als 5 m, max. 10 m tatsächliche Laufweglänge) erreicht werden kann.

Feuerlöscher

Feuerlöscheinrichtungen sind als Feuerlöscher nach DIN EN 3 definiert. Somit wird die Grundausstattung nur mit tragbaren Feuerlöschern vorgesehen. Die bisher anrechenbaren Wandhydranten entfallen und können nur noch als Abweichung von der ASR im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eingerechnet werden. Gem. Anhang 2 der ASR A2.2 bleiben jedoch hier die Anforderungen bei der Anrechnung von Wandhydranten identisch (ab 400 qm, das Löschmittel ist geeignet, formbeständiger Schlauch, ausreichende Anzahl unterwiesener Personen, keine Beeinträchtigung anderer Brandschutzmaßnahmen im Betrieb)

Grundausstattung

Der Arbeitgeber hat für die Grundausstattung Feuerlöscher nach Art und Umfang der im Betrieb vorhandenen brennbaren Stoffe, der Brandgefährdung und der Grundfläche der Arbeitsstätte in ausreichender Anzahl bereitzustellen.

Konkretisiert ist, dass die Arbeitsstätte in Teilbereiche unterteilt werden kann, sofern dies wegen der baulichen Gegebenheiten oder der Nutzungsbedingungen sinnvoll oder erforderlich ist.

Die zu einer Arbeitsstätte gehörenden Teilbereiche können auch in unterschiedliche Brandgefährdungen eingestuft sein. Bei gleicher Brandgefährdung können aber auch die Flächen mehrerer gleichartiger Etagen/ Ebenen addiert werden. In mehrgeschossigen Gebäuden sind weiterhin in jedem Geschoss mindestens 6 Löschmitteleinheiten (LE) bereitzustellen.

Feuerlöscher mit weniger als 6 LE

Für die Grundausstattung werden, nach wie vor, nur Feuerlöscher angerechnet, die jeweils über mindestens 6 Löschmitteleinheiten (LE) verfügen.

Abweichend davon können für die Grundausstattung bei normaler Brandgefährdung auch Feuerlöscher, die jeweils über mindestens 2 Löschmitteleinheiten (LE) verfügen, angerechnet werden.

Dies jedoch nur unter folgenden Voraussetzungen:

  • es ergibt sich eine Vereinfachung in der Bedienung, z. B. durch min. 25 % Gewichtsersparnis je Feuerlöscher,
  • die Zugriffszeit wird reduziert, z. B. durch min. Halbierung der maximalen Entfernung zum nächstgelegenen Feuerlöscher nach Punkt 5.3
  • die Anzahl der Brandschutzhelfer nach Punkt 7.3 wird verdoppelt

Sobald ein Bereich der Arbeitsstätte in die erhöhte Brandgefährdung eingestuft wird, müssen die Feuerlöscher in der Grundausstattung, über die bereits beschriebenen 6 Löschmitteleinheiten verfügen.

Brandschutzordnung

Der Arbeitgeber hat die notwendigen Maßnahmen gegen Entstehungsbrände einschließlich der Verhaltensregeln im Brandfall (z. B. Gebäudeevakuierung) festzulegen und zu dokumentieren.

Die ASR A 2.2 verweist hier insbesondere auf Gebäude, in denen sich häufig Besucher oder Fremdfirmen aufhalten, vor allem, wenn sie unbegleitet sind. Die geforderte Dokumentation umfasst die bereits bekannten Maßnahmen wie Aushängen der Brandschutzordnung Teil A, Erstellen der Brandschutzordnung Teil B oder Teil C nach DIN 14096, Erstellen und Aushängen eines Flucht- und Rettungsplans nach ASR A 2.3.

Weiterhin müssen die Standorte der Feuerlöscheinrichtungen in den Flucht- und Rettungsplan entsprechend ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“ aufgenommen werden.

Brandschutzbeauftragte

Ermittelt der Arbeitgeber eine erhöhte Brandgefährdung, sollte ein Brandschutzbeauftragter bestellt werden. Dieser berät und unterstützt den Arbeitgeber zu Themen des betrieblichen Brandschutzes.

Die Funktion des Brandschutzbeauftragten ist durch die erstmalige Benennung in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten nun auch im staatlichen Arbeitsschutz institutionalisiert, da in Fällen von Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung die „Kann“-Regelung zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten unter dem Gesichtspunkt der Zweckmäßigkeit ausgesprochen wird.

Jeder Arbeitgeber ab einer bestimmten Betriebsgröße oder Brandgefährdung sollte dieses Instrument nutzen, um den Brandschutz zu koordinieren und fachkundig zu begleiten. Die Ausbildung des Brandschutzbeauftragten sollte der – DGUV Information 205-003 „Aufgaben, Qualifikation, Ausbildung und Bestellung von Brandschutzbeauftragten“ entsprechen, bzw., sich stark an dieser orientieren.

Hintergrund der Neufassung der ASR A2.2

Die Fassung der ASR A 2.2 von 2012 erwies sich in der Anwendung von Anfang an als diskussionswürdig, zumal sich insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe die Einstufung und die Ausführung der erhöhten Brandgefährdung nicht in jedem Fall erschloss. Dies ist sicher auch begründet mit der bis dahin noch nicht flächendeckenden Praxis der Anwendung von Gefährdungsbeurteilungen im Bereich Brandschutz.

Wendet der Arbeitgeber die Maßnahmen gegen Brände gemäß der neuen ASR A2.2 beim Einrichten und Betreiben von bestehenden Arbeitsstätten nicht an, so hat er mit der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, ob die in der Arbeitsstätte verwendeten Maßnahmen gegen Brände nach ASR A2.2 (Ausgabe November 2012, GMBl 2012, S.1225) weiterhin angewendet werden können. Eine Übergangsfrist für die bisherige Fassung gibt es nicht.

Die Bekanntgabe der neuen ASR A2.2 ist somit Anlass, die bereits festgelegten Maßnahmen gegen Brände auf Anpassungsbedarf durch eine fachkundige Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers zu überprüfen.

Ihr Brandschutzfachhändler

Die DÖKA-Fachhandelspartner sind mit den neuen Anforderungen der ASR A2.2 vertraut und unterstützen Sie gerne bei der Umsetzung in ihrem Unternehmen.

Gern nennen wir Ihnen die Kontaktdaten eines DÖKA-Fachhandelspartners in Ihrer Nähe. Schreiben Sie uns einfach eine Nachricht.